Darf ich Gegenlesen?

Das ist die Gretchenfrage des Journalismus: Darf jemand, über den eine Zeitung berichtet, den Artikel vor Erscheinen lesen und sogar Veränderungen verlangen? 

Normalerweise nicht. Einzige echte Ausnahme sind Interviews in Frage-Antwort-Form. Sie müssen vom Interviewten autorisiert werden, wenn die Antworten nicht wörtlich abgedruckt werden. Beim Interview gelten rechtlich beide Seiten als Urheber. Also dürfen auch beide Seiten entscheiden, was am Ende in der Zeitung steht. Aus Sicht des Journalisten ist es jedoch ärgerlich, wenn der Interviewpartner seine Aussagen nachträglich abschwächt. Das schadet dem guten Verhältnis zur Presse.  

Beim Abstimmen von Texten gibt es Ausnahmen. Bei komplizierten Sachverhalten sind Journalisten manchmal auch dankbar, wenn Fachleute inhaltliche Fehler vermeiden helfen. Das gilt insbesondere für Fachzeitschriften und bei Beiträgen, die ein besonderes Expertenwissen erfordern. Bieten Sie also ruhig an, dass Sie für Rückfragen und / oder Gegenlesen zur Verfügung stehen.  

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