Wann ist eine Gegendarstellung möglich?

Bei der Gegendarstellung geht es nicht um Recht haben, sondern um Recht bekommen. Sie finden in der Rechtsabteilung eines Verlages einen starken Gegner. Die Verlags-Juristen achten haargenau darauf, dass alle formalen Anforderungen für die Gegendarstellung eingehalten werden. Grundsätzlich müssen folgende Anforderungen erfüllt sein: 

Es muss um Tatsachen gehen und Meinungsäußerungen sind nicht gegendarstellungsfähig. 

Der Verfasser der Gegendarstellung muss direkt betroffen sein.  

Die Gegendarstellung muss bestimmten formalen Anforderungen gerecht werden. Genaues dazu steht in den Pressegesetzen der einzelnen Bundesländer.  

Gegendarstellungen werden von den Medien häufig schlecht platziert und / oder mit einem abwertenden Kommentar der Redaktion versehen, was beides eigentlich nicht zulässig ist. Sie sollten für sich selbst abwägen, ob eine Gegendarstellung Ihnen nutzt. Bedenken Sie, dass mit der Gegendarstellung eine falsche Behauptung noch einmal aufgewärmt wird. Und der Leser glaubt vielleicht: Da muss wohl was dran sein. 

Die Gegendarstellung dient als Waffe der Wehrlosen, ist aber schon ein schweres Geschütz. Bei „normalen“ Fehlern ist sie nicht angemessen, denn oft ist die zuständige Redaktion bereit, ihren Fehler ohne großes Aufsehen zu korrigieren. Sofern die Tür nicht bereits zugeschlagen ist, ist eine solche Einigung im Interesse der weiteren Zusammenarbeit der bessere Weg.

Pressegesetz des Landes Brandenburg, § 12 Gegendarstellung

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