Welche Fallen lauern beim Interview?

In vielen Fragen lauert eine Falle. Journalisten stellen oft Suggestiv- oder Fangfragen. Manche haben das speziell trainiert. Wer die Fragetechniken kennt, nimmt ihnen die Gefahr.

Sie müssen keine Angst vor einem Interwiew haben, jedoch sollten Sie die Risiken kennen und aufpassen, dass Sie nicht missverstanden werden. Bereiten Sie sich darum gründlich vor. Panik vor Interviews lässt sich vermeiden: Grenzen Sie das Thema so weit ein, dass Sie mit Ihrem Fachwissen überzeugen können. Überlegen Sie, welche Fragen gestellt werden könnten. Machen Sie sich dann mit allen Aspekten Ihres Themas vertraut. Äußern Sie sich nicht zu Fragen, die einen anderen Bereich betreffen. 

Aggressive Fragetechniken 

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen geschlossenen Fragen (auf die man mit Ja oder Nein antworten kann) und offenen Fragen (die meistens mit einem Fragewort beginnen, zum Beispiel: Warum haben Sie so und nicht anders reagiert?) 

Problematisch wird es bei den suggestiven Fragetechniken. Dafür hier einige Beispiele: 

  • Werturteile provozieren: Die Kurse sind eingebrochen. Hat die Aktie noch eine Zukunft? 
  • Konfrontation mit dem gesunden Menschenverstand: Meinen Sie auch, dass die Zentralbank an den steigenden Preisen schuld ist? 
  • Unterstellende Fragen: Ihre Produkte sind bei jungen Leuten unbeliebt. Welche Schlussfolgerungen leiten Sie daraus ab? 
  • Indizienkette: Waren Sie im Parlament? Haben Sie die Anfrage des Abgeordneten beantwortet? Sind Sie der Aufforderung gefolgt? Warum ist dann nichts passiert? 

Reaktion auf Suggestivfragen 

Erkennen Sie das Prinzip der Sugesstion und reagieren Sie richtig auf aggressive Fragetechniken. 

  • Legen Sie die Falschaussage in der Fragestellung offen. Wiederholen Sie dabei die falsche Unterstellung nicht noch einmal.
  • Sehr gut ist die Antwort mit einer Gegenfrage. Sie können sich zum Beispiel erkundigen, wie der Reporter zu seiner Unterstellung kommt. 
  • Mehrere Fragen auf einmal. Sie antworten: „Das waren jetzt mehrere Fragen auf einmal, der Reihe nach: …“ 
  • Statements zu Gerüchten: Äußern Sie sich nicht zu unbewiesenen Aussagen. Weisen Sie darauf hin, dass die Gerüchte nicht mit der Wahrheit übereinstimmen. Oder, dass Sie keine Erkenntnisse dazu haben.

Anfragen ablehnen 

„Kein Kommentar“ ist keine gute Antwort. Versuchen Sie besser zu erklären, warum Sie die Frage nicht oder noch nicht beantworten können.

Sie sollten sich aber auch nicht vorführen lassen. Lehnen Sie das Interview vor der Kamera ab, wenn Ihr Statement nur eine vorgefasste Meinung bebildern soll. Antworten sie im Zweifel per Mail. Dann können Sie die Fragen genau analysieren und Ihre Position sachlich und begründet darstellen. Sie müssen dabei auch nicht alle Fragen beantworten. 

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