Wie schreibe ich eine Pressemitteilung?

Liefern Sie mit Ihrer Pressemitteilung eine professionelle journalistische Arbeit ab, dann haben Sie gute Chancen auf einen Abdruck.

Jetzt haben Sie (noch) das Blatt in der Hand. Die Pressemitteilung kommt direkt aus Ihrem Unternehmen. Sie entscheiden was drin steht. Aber keine Zeitung ist verpflichtet, Ihre Pressemitteilung zu drucken. Die Redakteure können sie ganz weglassen, nur Teile ins Blatt nehmen oder umschreiben. Dieses Risiko besteht vor allem dann, wenn Informationen zu einseitig gegeben werden und aus Sicht des Redakteurs eine Relativierung notwendig ist.

Thema überlegen 

Sie erhöhen die Abdruckchancen Ihres PR-Textes, indem Sie sich genau überlegen, was aus der Sicht des Journalisten die spannendste Information ist. Diese Information gehört in die Überschrift und in den Vorspann (Leadtext) oder in den ersten Satz. Keine Ausnahmen, bitte verzichten Sie auf die Einleitung. Kontrollieren Sie, ob Sie die klassischen sechs W-Fragen einer Nachricht in Ihrer Pressemitteilung geklärt haben, nämlich Wer? Wann? Wo? Was? Wie? Warum? Wenn Sie Informationen Dritter verwenden, muss auch eine siebte Frage beantwortet werden: Woher kommt diese Information? 

Verständlich und anschaulich 

Ein Geschenk macht immer gleich einen viel besseren Eindruck, wenn es gut verpackt ist. Das gilt auch für den Stil Ihrer Pressemitteilung. Vermeiden Sie unbedingt Superlative, PR-Sprache und Marketing-Vokabeln. Es kommt für Sie darauf an, zunächst Ihren ersten Leser zu gewinnen – den Redakteur. Die Redaktion hat die Aufgabe, von den Lesern alles fernzuhalten, was unverständlich ist. Dabei will sie möglichst wenig Arbeit haben. 

Sie kommen leichter in die Medien, wenn Sie folgende Ratschläge berücksichtigen: 

Beim Schreiben an den Leser denken: Überlegen Sie, welches Wissen Sie voraussetzen können. Wann und über welche Medien wollen Sie Ihr Publikum erreichen? Die Information muss für das Medium, die Lesesituation und Ihre Leser passend sein. Das gilt für Radio oder Fernsehen gleichermaßen.

Keine abstrakten Begriffe verwenden, klar und verständlich schreiben: Sage niemals Werkzeug, wenn Du Hammer sagen kannst. Finanzielle Mittel heißen Geld. Räumlichkeiten sind zumeist Räume und Beschäftigte des Baugewerbes sind Bauarbeiter oder gendergerecht Bauleute. 

Bildhafte Vergleiche nutzen, zum Beispiel: Statt 20.000 Quadratmeter Verkaufsfläche schreiben Sie einfach: Im neuen Kaufcenter könnte man bequem zwei Fußballfelder unterbringen.  

Nicht gern gesehen sind lange Sätze, Passiv, zu viele Substantive und Superlative. 

Mail ohne Anhang 

Bei Pressemitteilungen gilt, weniger ist mehr: Pressemitteilungen werden grundsätzlich gemailt, verwenden Sie einen aussagekräftigen Betreff, auf keinen Fall aber „Pressemitteilung“. Kopieren Sie Ihren Text ohne Vorbemerkung einfach in Ihre Mail hinein. Achten Sie auf eine vollständige Signatur mit Telefonnummer für Rückrufe. Seien Sie nach dem Absenden der Pressemitteilung für Anfragen von Journalisten erreichbar.

Sie können zusätzlich Hintergrundinformationen anbieten. Sie können auch auf weitere Themen aufmerksam machen, die sich für eine eigene Recherche anbieten. Wählen Sie den Versendezeitpunkt so, dass die aktuelle Ausgabe problemlos erreicht werden kann und für den Journalisten noch Rückfragen oder eigene Geschichten möglich sind. Bei Tageszeitungen ist das mittags oder am frühen Nachmittag. 

Der Presseverteiler 

Überzeugen Sie durch Qualität und nerven Sie die Redakteure nicht durch Quantität. Mit einer guten Pressemitteilung erzielen Sie eine höhere Reichweite als mit zehn mittelmäßigen. Mit einem kleinen, individuell erstellten Presseverteiler erreichen Sie mehr interessierte Redakteure als mit einer Aussendung nach dem Gießkannenprinzip. Sie sollten die Medien und die Redakteure kennen, die Sie beliefern. Idealerweise wissen Sie sogar, was dort gerade läuft und können inhaltlich anknüpfen. Diese Art von Pressearbeit ist aufwändig, aber sehr wirksam im Sinne der Public Relations. 

Diesen Beitrag teilen